Arthur Schnitzler
Traumnovelle
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Die Geschichte von Arthur Schnitzlers »Traumnovelle« ist Kinogängern aus dem Film »Eyes wide shut« bekannt: Ein Ehepaar entdeckt, dass keiner der beiden Partner frei ist von unterdrückten Sehnsüchten und ihre Beziehung durchaus von Dritten gefährdet werden könnte. Verstört durch die eigene Sexualität und mehr noch durch die Angst, die Kontrolle über die Treue seiner Frau Albertine zu verlieren, gerät Fridolin in eine aggressive Stimmung gegen sie, die auch eine erotische Komponente hat. Die hysterische Verliebtheit der Tochter eines Patienten weist er zurück; einer jungen Prostituierten folgt er zwar ins Haus, beschränkt sich dann aber auf ein Gespräch mit ihr. Erst als ihn seine Neugierde und Abenteuerlust zu einer Orgie führen und er dort eine Frau sieht, die ihr Gesicht hinter einer Maske verbirgt, aber ihren Körper unverhüllt zeigt, ist er bereit, Albertine zu betrügen. Doch bevor es dazu kommen könnte, wird er als Eindringling entlarvt und vertrieben.

Schließlich beichtet er alles seiner Frau und begreift, dass er auch in der Fremden nur Albertine gesucht hat. Statt mit dem Bruch der ehelichen Beziehung zu enden, bewirkt die Gefährdung eine Katharsis. Aus der Ehekrise gehen Fridolin und Albertine beide mit einem größeren Verständnis füreinander hervor.

Die »Traumnovelle« bewegt sich zwischen Bewusstem und Unbewusstem, zwischen Traum, Fantasie und Wirklichkeit. Unverkennbar griff Arthur Schnitzler in dieser an mehrdeutigen Bildern reichen Erzählung auf, was er von seinem Freund Sigmund Freud über den Traum und das Unbewusste erfahren hatte. Obwohl Arthur Schnitzler eher sachlich und distanziert schreibt, veranschaulicht er sehr genau sowohl die Motive als auch die psychologische Entwicklung des Protagonisten, und es gelingt ihm zugleich, der »Traumnovelle« eine geheimnisvolle, teilweise surreale Atmosphäre zu geben

Arthur Schnitzler
Traumnovelle

143 Seiten
Format: Adobe E-Book Reader
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